SPIELKINDER

 

V.l.nr.: Uwe Frisch, Till, Maja, Lina u. Nils Beckmann. Foto: Frank Kurczyk

Maja, Lina, Nils und Till haben sich 2009 als „SPIELKINDER“ zusammengetan um „Herzensangelegenheiten“ zu realisieren, für die im normalen Alltag kein Platz ist.
Sie wollen nur Sachen machen die ihnen gefallen, ohne sich durch zu viele Vorgaben einzuschränken.
Die erste Produktion war der Ruhrgebietsabend „Kohle, Kumpels & Kanal“. Dieser Abend vereint Texte über das Ruhrgebiet die die Geschwister mögen, mit den Fotografien von Brigitte Kraemer. Allen voran ist hier Ralf Rothmann zu nennen; alle Beckmanns sind große Verehrer des in Berlin lebenden Schriftstellers. Schon lange hatten sie den Wunsch seine Texte einmal auf die Bühne zu bringen. Rothmann sah den Ruhrgebietsabend im Theater Oberhausen und war – trotz sehr nervösen Spielkindern  - angetan. Zur Freude von Maja, Lina, Nils und Till meinte er dass seine Figuren gut bei den Spielkindern aufgehoben seien.
Neben Rothmann zählen Peter Stripp, Jürgen Lodemann , Michael Klaus, Werner Streletz  u.a., zu den Autoren, in deren Texten die Spielkinder “ihr Ruhrgebiet” repräsentiert sehen und somit sind auch Texte dieser Schriftsteller in das Programm aufgenommen worden. Dieser literarische Kosmos wird nach Meinung der Geschwister durch die Fotografien der vielfach preisgekrönten Fotografin Brigitte Kraemer perfekt bebildert. Aus ihren Bildbänden “Mann und Auto”, “Am Kanal” und “Die Bude” haben Brigitte Kraemer und Till Beckmann Fotos für die Texte ausgewählt. Während des Abends werden die Fotos auf eine Leinwand projiziert, sie bilden das Bühnenbild, die fotografierten Menschen werden so zu Mitspielern auf der Bühne.
Der Abend ist inzwischen “abgespielt”.
Buchbar ist nun „Wenn du dich für die Freiheit entschieden hast, kann dir gar nichts passieren, nie.“
Ein Ralf Rothmann Abend.

Für diesen Abend haben Maja, Lina, Nils und Till Beckmann das bestehende Programm zu einem reinen “Ralf Rothmann-Abend” ausgebaut.  Sehr zu ihrer Freude konnten wir für dieses Programm die “Ein-Mann-Band” Christoph Jöde und Uwe Frisch gewinnen.

Pressestimmen:
Zu
: “Wenn du dich für die Freiheit entschieden hast, kann dir gar nichts passieren, nie” Ein Ralf Rothmann-Abend.

“Ruhrpottfeeling und Kleinkunst pur.
Kunstvolle Lesung: Spielkinder mischten die Rotunde beim Ralf-Rothmann-Abend auf
Bier anstatt Mineralwasser, Spielkinder anstatt Autoren, Wohnzimmersteh- anstatt Leselampe und theaternahe Kleinkunst anstatt geradliniger Darbietungen: Mit Unterhaltung in verschiedensten Facetten wartete am Mittwochabend der Ralf-Rothmann-Abend in der Rotunde auf. (…)
Mit sehr viel absurd-schönem Feingefühl zauberten sie aus einer Vorlesung ein regelrechtes Kleintheaterstück.“
(Ruhr Nachrichten)

“Auf vier Holzklötzen warten vier Moritz Fiege auf ihre Beckmanns. Die Bühne: Teppichboden, an die Stirnwand ein Foto geworfen, wie einer in die Emscher springt, zwei Türen. Da kommen die drei schauspielernden Beckmann-Geschwister und ihre Ein-Mann-Band Christoph Jöde: „Plopp, prost!“
(…)
Da stolpern Simon und Julian durch ihre Ruhrgebietskindheiten der Sechziger und Siebziger. Während der Vater sich von einem Grubenunfall erholt, verliebt sich Simons genusssüchtige Mutter in den Gastarbeiter Gino. Simon treibt sich fortan mit dem Krawallbruder Pavel rum, der ihm Zweifel an der Richtigkeit gesellschaftlicher Existenz in den Kopf pflanzt, der ihn in die Disco schleppt, um was Weibliches zu finden, was Simon gründlich misslingt, denn innerlich ist er noch ein Kind. Später steht er daneben, als sein Freund Pavel seine betrunkene Mutter, die sich kurz darauf mit dem Kneipenwirt einlässt, ein ganz luderiges „Biest“ nennt.
Julian packt Socken, Unterwäsche und „Oliver Twist“ in seinen Turnbeutel und will – bevor er ausbüxt – dem Pfarrer in Stellvertretung seines Vaters dessen Affäre mit der 15-jährigen Nachbarstochter beichten. Dann haut er doch nicht ab; der weise Alkoholiker Geronimo erklärt ihm, Abhauen sei Blödsinn, die Welt bleibe doch immer dieselbe. Und: „Wenn du dich für die Freiheit entschieden hast, kann dir nichts passieren, nie.“
Bei Rothmann ist der Pott echt und trotz Staublunge und Mittelmaß nicht hoffnungslos. Es gibt poetische Momente, vor allem da, wo was Aggressives oder Sexuelles in der Luft liegt: „Es klang plötzlich, als hätte die Stille Zähne.“ Oder: „Sie lachte nicht, sah ihn nur an, aber in ihrem Blick war etwas Fremdes jetzt, etwas Festliches, es war, so dachte ich, ein Blick aus der Welt vor meiner Geburt. Momentlang fühlte ich eine Veränderung im Raum, wie das Gewicht einer Flamme.“(…)
Die drei Beckmann-Geschwister (Maja, Nils und Till; Lina war krank) jedenfalls bringen Rothmann als Kinder des Kohlenpotts kongenial rüber. Ihr Konzept: aus wenig viel machen. Zu viert sprechen sie alle Rollen und man weiß stets, wer spricht oder erzählt. Und wenn Rothmann erzählt, wie Gitarre, Sänger und Hammondorgel „No Milk Today“ performen und auf der Bühne hört man nur die einsame Seemanns-Quetschkommode, dann ist das ein Kommentar, und er ist gelungen.”
(Fabian May, WAZ-Bochum)

Zu “Kohle, Kumpels und Kanal”:
“Wenn die Beckmanns loslegen, hat das mit dem klassischen Format “Autor-an-Wasserglas” wenig zu tun. So rasant die Schauspieler mit der Zündapp auf die Bühne fegen, so kurzweilig setzt sich der Leseabend fort. Die Spielkinder haben die Texte mit leichter Hand so inszeniert, dass kleine Hörspiele daraus geworden sind.
 Atmosphärisches Begleitwerk sind die auf die Bühne projezierten sozial-dokumentatorischen Fotos der Fotografin Brigitte Kraemer, die die Region mit ihren Menschen genauso unsentimental abbildet wie der Beckmannsche Lieblingsautor Ralf Rothmann.” WAZ Herne

„Bei ihrem ersten gemeinsamen Auftritt begeisterte die „Beckmann-Mischpoke“ das Publikum mit einer Lesung voller Witz, Esprit und Einfühlungsvermögen.“ WAZ Bochum

„Glückauf, der Steiger kommt“: “Auf allen Vieren entern die vier Herner Beckmann-Geschwister Maja, Lina, Nils und Till die Bühne, die ansonsten beherrscht wird von den typischen Revier-Bildern der Wanne-Eickeler Fotografin Brigitte Krämer. „Kohle, Kumpels und Kanal“ lautet das Motto eines etwas anderen Ruhrgebietsabends, der nach zwei ausverkauften wie umjubelten Bochumer Vorstellungen endlich daheim zu erleben ist – am Samstag, 20. Februar, in den Herner Flottmannhallen.”
(Pitt Herrmann, Sonntagsnachrichten Herne)

“Mit viel Humor und dem richtigen Gespür für die Figuren, machen die Geschwister aus der Lesung ein kleines Theaterstück.” RuhrNachrichten

”Ein Beckmann kommt selten allein” Coolibri

”Beckmann-Mischpoke lässt Ruhrpott leuchten”
(WAZ Bochum)
Hier ein Bericht über die SPIELKINDER. Geschrieben von Tom Thelen für die WAZ Bochum:
“Die Literatur-Revue „Kohle, Kumpels und Kanal“ des vor zwei Jahren gegründeten Projekts “Spielkinder”, wurde überall im Ruhrpott gefeiert. Am 19. März findet die letzte Aufführung, eine Benefizveranstaltung für das Friedensdorf, in Bochum statt.

Die Literatur-Revue „Kohle, Kumpels und Kanal“ der vier „Spielkinder” Maja, Lina, Till und Nils Beckmann wurde überall im Ruhrpott gefeiert. Nun steht in Bochum die letzte Vorstellung an: am 19. März in der Bibliothek des Ruhrgebiets – als Benefiz für das Friedensdorf Oberhausen.

Bei den Beckmanns ist immer Theater. Die aus Herne stammenden Geschwister Beckmann leben für und vom Theater. Maja, Lina, Till und Nils spielen auf verschiedensten Bühnen, die weiblichen Geschwister mit viel Erfolg in den Stadttheatern in Bochum und Köln, die Herren bisher vor allem im Off-Bereich. Vor zwei Jahren beschlossen sie gemeinsam, „Herzensangelegenheiten“ anzugehen und gründeten das Projekt „Spielkinder“. Ihre erste Produktion war „Kohle, Kumpels & Kanal“ und dieser Abend wurde ein Renner. Er wurde über zwanzig Mal gezeigt: auf einem Schiff – natürlich auf dem Rhein-Herne-Kanal, in Zelten, in Theatern und sogar in winzigen Kellern im ganzen Ruhrgebiet. Auch bei Lillipuz im WDR 5-Radio waren die Beckmanns schon zu Gast. Erfolgreich waren sie in der Buchhandlung Napp genauso wie im jüngst so hochgelobten Oberhausener Stadttheater.
(…)
Von Brigitte Kraemer stammen auch die auf eine große Leinwand projizierten Fotografien, die dem Literaturabend als quasi lebendiges Bühnenbild dienen. Fotos aus ihren preisgekrönten Bildbänden „Mann und Auto”, „Am Kanal” und „Die Bude” visualisieren stimmig jene Art von “Heimatliteratur“, die die „Spielkinder“ präsentieren.
Fidele Familie

Der Abend vereinigt Texte über das Ruhrgebiet – so wie die Beckmanns es mögen und offensichtlich auch kennen. Vor allem der Autor Ralf Rothmann wird verehrt, und alle sind glücklich, dass der aus dem Ruhrgebiet stammende und längst in Berlin lebende Autor, den Abend mag. Er hat ihn im Theater Oberhausen gesehen und lässt sich dahingehend zitieren, dass seine Figuren „nirgendwo besser aufgehoben“ seien. Neben Rothmann zählen Peter Stripp, Jürgen Lodemann und Werner Streletz zu den Autoren, deren Texte von der fidelen Schauspielerfamilie lebendig gemacht werden. An ihrem nächsten Projekt arbeiten die „Spielkinder“ übrigens schon.”
(http://www.derwesten.de/staedte/bochum/Literatur-Revue-Kohle-Kumpels-und-Kanal-zum-letzten-Mal-in-Bochum-id4359326.html) Erschienen, am 03.03.2011